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Lexus-Hybrid-Produktoffensive 3 für 5000Das deutsche Premiumsegment ist einer der härtesten Märkte für Importeure - das merkt auch die Toyota-Nobeltochter Lexus. Seit 15 Jahren mühen sich die Japaner, sich gegen die starke deutsche Konkurrenz zu etablieren. Was in den USA längst gelungen ist, scheint in Deutschland immer noch ausgesprochen schwierig. Gleich drei neue Modelle sollen frischen Wind bringen und rund 5000 Verkäufe in diesem Jahr ermöglichen: In der Mittelklasse soll der IS punkten, die obere Mittelklasse vertritt der neue GS mit einem weiteren Hybrid-Fahrzeug, bei den SUVs wurde der RX überarbeitet.

Technisch der interessanteste Vertreter der neuen Lexus-Generation ist der GS 450h. Der bekam eine weiter entwickelte Antriebeinheit aus dem SUV RX 400h eingepflanzt, die bei geringem Gewichtszuwachs in der Leistung noch einmal deutlich zulegte. Die Kombination aus Elektro- und Ottomotor bringt es kombiniert auf 252 kW/345 PS. Das reicht für einen Spurt von 0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden. Dabei ist die Elastizität des Autos noch überzeugender: Von 80 auf 120 km/h vergehen lediglich 4,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h - das sind Sportwagenwerte. Dabei soll der GS mit 7,9 Litern Super auskommen. Bei einer ersten Ausfahrt waren es 10,5 Liter, immer noch ein guter Wert bei flotter Gangart und diesen Fahrleistungen. Es ist das erste Hybridfahrzeug in dieser Klasse.

Lexus IS 220d

Dabei ist es immer wieder faszinierend, wenn der GS geräuschlos mit Hilfe des Elektromotors aus dem Stand beschleunigt. 147 kW/200 PS stellt das Aggregat zur Verfügung, das Drehmoment beträgt 275 Nm zwischen 0 und 3840 U/min. Der V6 steuert weitere 218 kW/296 PS bei 6400 U/min bei, wobei sich die Systemleistung nicht einfach addieren lässt. Die Kraftverteilung übernimmt ein zweifach untersetztes Planetengetriebe. In der Praxis funktioniert das völlig unspektakulär, der Lexus ist sehr leise, flott und auch relativ sparsam.

Die gesamte Elektronik für die Fahrdynamik ist aufwändig vernetzt und sorgt für narrensichere Fahreigenschaften. Das Anti-Blockier-System (ABS), der Bremsassistent (BA), das Elektronische Stabilitätsprogramm - bei Toyota nicht ESP, sondern Vehicle Stabilty Control oder VSD genannt - die Antriebsschlupf-Regelung (ASR) verknüpft mit der elektrischen Servolenkung (Elektric Power Steering - EPS) - alles ist vernetzt. Hört sich kompliziert an, macht den GS aber zu einem fahraktiven und sicheren Auto, das allerdings manchmal den Eindruck erweckt, als sei es irgendwie vom Asphalt entkoppelt. Es liegt am EPS, das sich allen Fahrsituationen anpassen soll, bei hohem Tempo aber zu wenig Rückmeldung bietet.

Lexus GS 450h

Innen können die Passagiere im Luxus schwelgen. Das beginnt bei beleuchteten Einstiegsleisten, dynamischen Kurvenlicht, einer sehr guten Stereoanlage oder den ausgesprochen bequemen, elektrisch verstellbaren Sitzen. Soviel High-Tech hat auch in Japan seinen Preis. Der GS 450h kostet mindestens 57 600 Euro, die so genannte Luxury Line, die keine Wünsche offen lässt, schlägt noch einmal mit 8400 Euro zu Buche. Dabei muss der Besitzer eine kleineren Kofferraum (280 Liter) in Kauf nehmen, denn die Batterie des Hybridantriebes kostet Platz. Auch der Fond ist enger als bei der Konkurrenz. Eine Folge der neuen Design-Linie von Lexus - L-Finesse genannt.

Deren Gesicht trägt auch der neue IS. Besonders sportlich gibt sich dabei der IS 220d Sport Line. Den Sportsgeist sprechen vor allem das um einen Zentimeter tiefer gelegte Fahrwerk mit 18-Zoll-Rädern und schick polierte Alu-Pedalerie an. Der technische Unterschied zu den übrigen Varianten des IS 220d besteht in der kürzeren Hinterachsübersetzung. Sie soll schnellere Zwischenspurts ermöglichen. Den Antrieb übernimmt der bekannte 2,2-Liter-D-Cat-Diesel mit 130 kW/177 PS, der immerhin 400 Nm auf die Kurbelwelle wuchtet. In der Praxis sind die Fahrleistungen durchaus sportlich, doch nicht so dynamisch, wie auf dem Papier belegt. Ein Toyota-Sprecher schob es auf die neuen Fahrzeuge, die noch nicht richtig eingefahren seien. Wer den Motor schon einmal im Avensis genossen hat, weiß, dass er mehr kann.

Dafür stimmt die Abstimmung mit dem gut abgestuften Sechsgang-Getriebe. Wer fleißig am kurzen Knüppel rührt, hat Spaß und kommt flott voran. Eine Automatik ist (noch) nicht lieferbar. Die sportliche Abstimmung nimmt dem IS Komfort, auf kleineren Rädern rollt er souveräner ab. Das Interieur hat Premiumqualität - dem Anspruch der Japaner entsprechend. Gute Materialien, feine Verarbeitung, doch auch wenig Platz. Die dynamische Linie mit kleinen Fensterflächen raubt Rundumsicht. Features wie ein Leuchtband in Tacho (ab Tempo 130) oder Drehzahlmesser (wenn man sich dem Begrenzer nähert) zeigen viel Liebe zum Detail.

Perfektion will Lexus nicht nur bei der Verarbeitung liefern, sondern auch bei der Sicherheit: Zehn Airbags, samt Knieairbags für Fahrer und Beifahrer sorgen für den passiven Schutz. Natürlich sind ABS, ESP sowie die Antriebsschlupfregelung TRC an Bord. Während im Benziner das Fahrzeugstabilitätsprogramm VSC seinen Dienst verrichtet, geht Lexus hinsichtlich Fahrdynamikregelung im Diesel mit dem integrierte Fahrdynamik-Management VDIM (Vehicle Dynamics Integrated Management) einen Schritt weiter. Während herkömmliche Fahrdynamik-Systeme einzelne Komponenten wie ASR oder ABS weitgehend unabhängig voneinander steuern, integriert VDIM sämtliche aktiven Sicherheitseinrichtungen sowie die elektrische Servolenkung EPS in einen Regelkreis.

Der IS drängt sich als Alternative zur deutschen Konkurrenz durchaus auf. Im Preiskampf hat er Ausstattungsbereinigt immer noch die Nase vorn. Als Diesel kostet er mindestens 29 600 Euro, die Luxury Line kostet 6200 Euro, die Sport Line 5500 Euro. Einen Kombi wird es nicht geben, das ist Lexus zufolge definitiv entschieden.

Lexus RX 350

Der SUV RX erhielt eine komplett neue Motor-Getriebe-Einheit. Der RX 350 feierte seine Weltpremiere in Genf mit einem neuen V6 Ottomotor, der aus 3,5 Litern Hubraum 203 kW/276 PS bei 6200/min erzeugt. Für die Kraftentfaltung sorgen 342 Newtonmeter Drehmoment, die bei 4700 Touren anliegen. Die Kraft wird über ein Fünfgang-Automatikgetriebe an die vier Antriebsräder übertragen. Im Durchschnitt verbraucht er acht Prozent weniger Benzin als der Vorgänger RX 300 bei besseren Fahrleistungen. Im Schnitt sollen es 11,2 Liter sein. 7,8 Sekunden dauert der Spurt auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h reicht auch für einen Daueraufenthalt auf der linken Spur bei Autobahnpassagen. Variable Ventilsteuerung, eine elektrisch betätigte Ansaugluftsteuerung und eine elektronische Drosselklappensteuerung sorgen für extrem ruhigen und gleichzeitig sparsamen Lauf.

Gleichzeitig hat Lexus technischen Feinschliff betrieben und die Ausstattung aufgewertet. Eine neue Windschutzscheibe sorgt für weniger Geräuschentwicklung, die Materialien im Innenraum kommen edler daher. Der RX 350 kostet in der Basisversion 44 600 Euro. Zur Serienausstattung gehören ein Audio-System mit Sechsfach-CD-Wechsler und 17 Zoll Leichtmetallräder mit Reifen der Größe 225/60. Der Aufpreis für die Ausstattungslinie Executive Line beträgt 5050 Euro. Darin enthalten sind unter anderem das dynamisch geregelte Kurvenlicht, Komfortsitze in Leder mit Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer und 18 Zoll Leichtmetallräder. Optional ist auch das Lexus DVD-Navigationssystem/Multimedia-Paket zum Preis von 4450 Euro verfügbar.

So ist Lexus gerüstet für weiteres Wachstum. Design und Technik - insbesondere die Hybridtechnologie - werden konsequent weiter entwickelt. Auf das Flaggschiff LS 600h, das im November kommt, dürfen wir uns jetzt schon freuen.

Quelle (ar)

## 9. Oktober 2006 - 1002 | 3799 |

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# Datum: 18.5.2012 | Uhrzeit: 02:14
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